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15.12.2025

Reflexionen und Erkenntnisse im Rahmen des Monat des Schwarzen Bewusstseins

Die Deutsche Schule Rio de Janeiro veranstaltete im November eine Reihe von Bildungsaktivitäten zum Tag des Schwarzen Bewusstseins. Damit bekräftigte sie ihr Engagement für die Wertschätzung von Vielfalt, den Respekt gegenüber Identitäten und die Anerkennung der Beiträge afrikanischer und afrobrasilianischer Kulturen zur kulturellen Entwicklung Brasiliens.

Die Aktivitäten bezogen verschiedene Bereiche der Schule ein und förderten den gemeinsamen Wissenserwerb, die Sensibilität und den Dialog. Hier einige Beispiele:

Kindergarten: Im Kindergarten nahmen die Kinder an Angeboten teil, die ihr kulturelles und emotionales Repertoire erweiterten. Sie erkundeten Praktiken, die sich mit den Werten und Traditionen afrikanischer Kulturen auseinandersetzen.

Ubuntu-Philosophie: Ausgehend von der Idee „Ich bin, weil wir sind“ reflektierten die Kinder in verschiedenen Gruppen und Diskussionen über Gemeinschaft, Empathie, Fürsorge und Zugehörigkeit.

Adinkras: Die Kinder lernten Adinkras kennen, traditionelle Symbole der Akan-Kultur, die in Sprichwörtern und Lehren enthaltene Ideen repräsentieren. Nach dieser Studie entwickelten die Schüler:innen eigene Symbole, wiesen ihnen Bedeutungen zu und tauschten sich über ihre Interpretationen aus.

Afrikanische Spiele: Spiele und Aktivitäten aus verschiedenen afrikanischen Ländern waren ebenfalls Teil des Programms und ermöglichten es den Schülern, Rhythmus, Körperausdruck, Musik und Zusammenarbeit auf spielerische und sinnvolle Weise zu erleben.

1. Klasse: Die 1. Klassen präsentierten die Ausstellung „Humanae“, ein Kunstprojekt der Fotografin Angélica Dass, das die menschliche Vielfalt anhand einer von der Pantone-Farbskala inspirierten Hautfarbenskala darstellt.

Die Ausstellung unterstreicht die Pluralität der Identitäten, dekonstruiert Stereotypen und regt zur Reflexion über Herkunft, Zugehörigkeit und Menschlichkeit an. Die Schüler:innen nahmen an angeleiteten Gesprächen und ergänzenden Aktivitäten teil, die Debatten über Gleichberechtigung, Selbstdarstellung und Respekt vor Unterschieden anregten.

Die Klassen unternahmen außerdem einen Ausflug zum TEAR Institut, wo sie künstlerische und erzählerische Aktivitäten mit Fokus auf afrikanische und afrobrasilianische Kulturelemente erlebten. Basierend auf dieser Erfahrung erstellten sie Unterrichtsprojekte, die von der Ubuntu-Legende inspiriert waren, welche den für die Bantu-Völker grundlegenden Wert „Ich bin, weil wir sind“ vermittelt.

Im vierten Quartal erarbeiteten die Klassen ein Projekt basierend auf dem Buch *Guerreiras do Sim* (Krieger des Ja) von Luana Génot und Letícia Moreno. Ausgehend von der Frage „Sind wir gleich oder verschieden?“ reflektierten die Schüler über ethnisch-rassische Beziehungen und die Präsenz von Vielfalt in unserem Alltag.

4. Klassen:

Die Schüler:innen hatten eine Sonderstunde mit dem Geographielehrer Marcelo Alonso, der das Thema religiöse Intoleranz behandelte. Sie vertieften ihr Wissen über religiösen Synkretismus als Form des Widerstands von Menschen afrikanischer Herkunft und lernten aktuelle Daten zu Fällen von religiösem Rassismus in Brasilien kennen. Die Klassen unternahmen außerdem einen Ausflug in das Viertel Kleines Afrika im Zentrum von Rio de Janeiro. In Begleitung von Teams der EAC und Mask Educação besuchten sie den Largo de São Francisco da Prainha, Pedra do Sal, Cais do Valongo, das Instituto dos Pretos Novos (IPN) und das Museum für afrobrasilianische Geschichte und Kultur (Muhcab). Der Ausflug ergänzte den Unterricht, der Themen wie die afrikanische Diaspora, die koloniale Sklavenhalterstruktur und Formen des Widerstands gegen die Sklaverei behandelte.

Im Fach Gesellschaftskunde lernten die Klassen außerdem Erfindungen und Beiträge verschiedener afrikanischer Länder kennen. In Gruppen recherchierten sie die Geschichte und die aktuellen Geschehnisse verschiedener Nationen des Kontinents und erstellten eine informative Ausstellung für die Schulgemeinde.

5. Klassen:
Ästhetik und Symbolik von Rubem Valentim
Die 5. Klassen des brasilianischen Unterrichtszweigs beschäftigte sich mit dem Werk von Rubem Valentim, einem bedeutenden brasilianischen Maler, Bildhauer, Grafiker und Lehrer, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten des brasilianischen Konstruktivismus gilt.

Seine Arbeiten treten in einen tiefgründigen Dialog mit Symbolen afrikanisch geprägter Kulturen und den Volkstraditionen Nordostbrasiliens. Geometrie, intensive Farben, Symmetrie und symbolische Zeichen kennzeichneten die Werke der Schülerinnen und Schüler, die Kompositionen schufen, die von der einzigartigen Ästhetik des Künstlers inspiriert waren.

Die im November durchgeführten Aktivitäten bekräftigen das Engagement der Deutschen Schule Rio de Janeiro für eine pluralistische, kritische und humanistische Bildung.

Durch Kunst, Philosophie, spielerisches Lernen, Beobachtung und Dialog konnten unsere Klassen ihr Wissen vertiefen, ihre Perspektiven erweitern und über die Bedeutung von Vielfalt für den Aufbau einer gerechteren Gesellschaft reflektieren.

 

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